Nandopsis haitiensis

(Tee-Van, 1935) 


Vorkommen

Nandopsis haitiensis kommt auf der Karibikinsel Hispaniola vor, die durch die 2 Staaten Haiti und die Dominikanische Republik gebildet wird. Eine nahe Verwandtschaft mit Nandopsis tetracanthus aus Kuba ist augenscheinlich.
Ich konnte die Art im Jahr 2007 im Ursprungsgebiet des Rio Chavon, in der Dominikanischen Republik, nachweisen und nach Deutschland bringen. Am Fundort, einem kleinen Zufluss zum Rio Chavon ca. 300 - 400 Meter über Meeresspiegel, war das Wasser mittelstark strömend und ca. 29°C warm. In der Literatur wird das Vorkommensgebiet von Nandopsis haitiensis bis in meeresnahe Gewässer (Brackwasser) angegeben.

  




    




Geschlechtsunterschiede

Bei Nandopsis haitiensis sind die Geschlechter sehr einfach zu unterscheiden. Die Männchen zeigen ein „Pfeffer und Salzmuster“ ( Grundfarbe weiß/hellgrau mit unzähligen Tüpfeln dunkelgrau/schwarz. Adulte Tiere bekommen einem Stirnbuckel und spitzer ausgezogene After- u. Rückflossen. Die Weibchen sind insgesamt kleiner. Sie werden maximal ca. 20-25 cm bei optimaler Aquarienhaltung, Männchen 30-35 cm.



 
Desweiteren haben die Weibchen keinen Stirnbuckel. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal ist jedoch der Geschlechtsdimorphismus.
Die Weibchen zeigen nämlich ein elegantes schwarzes Farbkleid.      

 

 

 

Pflegehinweise
Nandopsis haitiensis braucht durch die zu erwartende Endgröße geräumige Aquarien mit mindestens 750 Liter und eher mehr.  

Die Becken sollten durch Stein- oder Wurzelaufbauten gut strukturiert sein, jedoch sollte auch freier Schwimmraum zur Verfügung stehen. An die Wasserbeschaffenheit werden keine zu großen Ansprüche gestellt. Folgende Eckwerte sollten unbedingt eingehalten werden: Temperatur: mindestens 25°C, besser Richtung 30°C. Wasserwerte: eher im alkalischen Bereich (ich halte die Fische in Bodenseewasser bei ca. pH 7,5).  

Häufige Wasserwechsel, wie bei allen Großcichliden, und ausreichend starke Filterung sind für eine artgerechte Haltung erforderlich. Eine Vergesellschaftung mit anderen Cichliden ist meiner Meinung nach nur bedingt sinnvoll, da Nandopsis haitiensis nicht ganz so durchsetzungsfähig wie andere mittelamerikanische Cichliden ist, und bei Stress zu Darmerkrankungen (weißer Kot) neigt.

 

 

Ernährung  

Nandopsis haitiensis ist im Aquarium ein problemloser Allesfresser, der alle gängigen Trockenfuttersorten annimmt. Eine abwechslungsreiche Fütterung auch mit Frost- bzw. Lebendfutter ist empfehlenswert.   

     

 

Zucht  

Die Paarbildung findet unter heftigem Balzen in Form von „Schütteln“, Imponieren und Maulzerren statt. Unterbrochen wird das von laufendem Drohen gegen benachbarte Paare, um die Reviergrenzen abzugrenzen. Bei diesen „Revierkämpfen“ verletzen sich die Tiere nie ernsthaft, ausreichende Rückzugmöglichkeiten für Unterlegene vorausgesetzt. Abgelaicht wird in bekannter Offenbrüter Manier nach intensiver Reinigung des Laichsubstrates. Das Führen der Brut erfolgt in Typischer „Mittelamerikaner-Art“.  

 

Verfasser: Achim Ulmer, D72 5783