Vieja tuyrensis

(Meek&Hildebrand, 1913)

 

 

Vorkommen:

Vieja tuyrensis stammt aus Ostpanama in der Provinz Darien und ist nach dem Typusfundort, dem Rio Tuira, benannt.

 

Rio Nicanor
Rio Nicanor

 

 

Im trüben, gemächlich dahin fließenden Rio Nicanor fingen wir die Art zusammen mit verschiedenen Salmlern, Raubgrundeln,  

„Geophagus“ crassilabris und „Cichlasoma“ spec. „Großer Grüner“.

Die Wassertemperatur betrug 27°C, die Gesamthärte lag bei  6°, die Karbonathärte bei 4° und der pH-Wert bei 7,0.

 

Vieja tuyrensis
Jungtier in der Fotoküvette

 

 

Geschlechtsunterschiede:

Weibchen bleiben etwas kleiner als die bis zu 30 cm groß werdenden Männchen. Ihr Stirnprofil verläuft etwas runder und nicht so steil. Außerdem zeigen sie während der Brutpflege eine schwarze Zone in der Rückenflosse, die den Männchen gänzlich fehlt.

 

Weibchen über dem Gelege
Weibchen in Brutpflegefärbung

 

 

 

Männchen

 

 

Pflege und Zucht:

Für eine dauerhafte Haltung benötigt man Aquarien ab einer Kantenlänge von 200 x 60 cm.  

V. tuyrensis ist ein schnellwüchsiger Allesfresser, dessen Hauptteil an Nahrung aus pflanzlicher Kost besteht, was bei der Beckendekoration und der Filterung berücksichtigt werden sollte. Allerdings muss man auf eine Bepflanzung nicht komplett verzichten, denn hartblättrige Arten bleiben zumeist unbeachtet.  

 

Blick auf die Bezahnung

 

 

Zur weiteren Vergesellschaftung sollte man ruhige, friedliche Arten wählen, da V. tuyrensis unter Stresseinfluss zu Aufbrüchen an den Flanken neigt und daran schnell verendet.  

In einem mit Wurzeln und Steinen gut strukturiertem Aquarium, mit nicht zu greller Beleuchtung, fühlt sich V. tuyrensis wohl und zeigt sich dort überhaupt nicht schreckhaft.  

Hat sich ein Paar erst einmal gefunden laichen sie, wie alle anderen Vieja-Arten auch, zumeist auf einem freiliegenden Substrat ab. Dabei hellen die Körper der Tiere auf und das schwarze Bindenmuster verstärkt sich. Zudem verfärbt sich der untere Kopf- und Bauchbereich zunehmend rußig schwarz.

 

Paar während der Eiablage

 

 

Die Aufzucht der Jungtiere ist unproblematisch. Unmittelbar nach dem Freischwimmen kann man sie bereits mit Artemia-Nauplien und Staubfutter ernähren. Es ist eine schnellwüchsige Art, deren Aufzucht keine Probleme bereitet.

 

Paar mit Jungfischen

 

 

V. tuyrensis ist mit Sicherheit nicht der plakativste Cichlide aber mit seiner interessanten Erscheinung und seiner ständigen Präsenz bildet er einen hübschen Kontrast zu manch anderer Art.

 

 

 

Verfasser: Christian Hofer, D 87 5338