Nachruf für Felipe Cantera

 


30. November 1961 - 19. August 2017


Am 20. August 2017 erreichte mich die traurige Nachricht, dass Felipe Cantera tags zuvor an einem Herzinfarkt verstorben sei.

Am 30. November hätte er seinen 56 Geburtstag feiern können.

Sein Tod ist ein herber Verlust nicht nur für seine Familie, sondern auch für Aquarianer, Terrarianer und seine Landsleute.


Während seiner Jugend waren seine Eltern mit ihm nach Schweden ausgewandert. Seit seiner Rückkehr nach Uruguay war es ihm ein Anliegen, die Vielfalt der dortigen Fischfauna - insbesondere der Gymnogeophagus-Arten - den Aquarianern in aller Welt bekannt zu machen. Für Aquarianer, die eine Fischfangreise in Uruguay unternehmen wollten, war er DIE Anlaufstelle. Aber auch seinen Landsleuten brachte er die Fauna seiner ursprünglichen Heimat näher, die er über alles liebte.

So haben er und seine Frau Helen mehrere Jahre auf grösseren und kleineren Messen im ganzen Land heimische Schlangen, Schildkröten, Echsen, Spinnen und natürlich auch Fische ausgestellt. All jenen, die Felipe kennenlernen oder an einer von ihm perfekt organisierten Fischfangreise teilnehmen durften, wird er stets in guter Erinnerung bleiben.


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Felipe lernte ich im Januar 2009 bei meiner ersten Fischfangreise kennen. Zusammen mit Achim Ulmer, Jochen Grad und dem leider ebenfalls viel zu früh verstorbenen Hans-Günther Breidohr reiste ich nach Uruguay - ahnungslos, was uns dort erwarten würde. Wir wurden von Felipe und Pedro, der mehr sein Freund als sein „Busfahrer“ ist,  am Flughafen herzlich empfangen und bei Felipe zuhause opulent beköstigt, obwohl wir erst zwei Stunden zuvor unser Frühstück im Flugzeug eingenommen hatten. Was uns während der beiden darauffolgenden Wochen erwartete, wäre uns in unseren kühnsten Träumen nicht eingefallen! Zum einen überraschte uns der enorme Fischreichtum des Landes - und zwar sowohl die Artenvielfalt wie auch die Dichte der Fische-, zum anderen waren es Felipes Biotopkenntnisse, die uns immer wieder ins Staunen versetzten. So konnte er oft schon im Voraus sagen, welche Fischart wo genau zu finden war und wie man sie am leichtesten fangen konnte.


Bereits im März 2010 flogen Hans-Günther Breidohr, Uwe Werner, Klaus Pröpper und ich wiederum nach Uruguay und erlebten wieder unvergessliche Tage mit diesem humorvollen, klugen und fürsorglichen Mann, der schnell zum Freund wurde. Unvergesslich werden unsere Übernachtungen auf den „Estancias“ bleiben, so bei Patricia und Berry im "Hotel Sheraton“, einer alten Scheune in Centurion, wo die Vampirfledermäuse dem einen oder anderen schlaflose Nächte bereiteten, oder bei Felipes Cousine in Valentines , die den Hof seiner Vorfahren bewirtschaftet und sich hervorragend auf das Grillen von Lammfleisch versteht.


Erst im vergangenen November unternahmen wir unter Felipes Führung eine dritte Reise durch Uruguay. Wieder war es ein „Sorglospaket“, von Felipe perfekt organisiert, und zwar von den Übernachtungen übers Essen bis hin zu den Export- und Veterinärpapieren. Wie immer hatten wir gemeinsam mit ihm, seinem achtjährigen Sohn Mateo – einem Meisterfischer! - und Pedro ebenso viel Spass wie während der früheren Reisen. Und nun reiften bereits Pläne für eine Kilifisch- und eine weitere Cichliden-Sammelreise. Leider wird Felipe nicht mehr dabei sein, was uns aber nicht abhalten wird, seiner Heimat und den in der Zwischenzeit liebgewonnen Menschen einen weiteren Besuch abzustatten.

Wir werden Felipe sehr vermissen und in guter Erinnerung behalten!


Uwe Werner und Hans Peter Risch