IAG-Treffen vom 28.03.2026



Bei anfänglich sonnigem Herbstwetter trafen sich am Samstag die Freunde amerikanischer Grosscichliden aus Deutschland und der Schweiz im Hotel Sonnenhof in Thannhausen. 

Angesichts der namhaften Referenten aus der Cichlidenszene war – wie nicht anders zu erwarten – das Interesse gross und es waren rund 30 Buntbarschfreunde anwesend. Dies, obwohl am nächsten Tag – ausnahmsweise – keine Börse stattfand. Dennoch wurden fleissig Fische ausgetauscht.


Christian Hofer begrüsste alle Anwesenden und informierte kurz über die wenigen Aktualitäten, die sich seit dem letzten Treffen in der Welt der Buntbarsche ereignet haben. So wurde beispielsweise Mesonauta karipuna und „Geophagus“ pirangaensis neu beschrieben.


            

In seinem ersten Kurzvortrag stellte Christian Hofer Herichthys steindachneri vor. 

Die Art wird seit 2018 als gefährdete Art geführt. Das Vorkommen liegt in der Region La Huasteca Potosina. 

Das einstmals malerische Habitat um die Cascadas de Tamasopo hat sich aufgrund des zunehmenden Tourismus zu einem überfüllten Badeort gewandelt. Aber ist es bei uns nicht auch so, dass vormals idyllische Gegenden nun von Touristen vollkommen geflutet werden? 

Christian teilt uns seine Erfahrungen bei der Haltung und Nachzucht dieser mittlerweile seltenen Cichliden mit. So stellte sich die erfolgreiche Nachzucht erst ein, nachdem er einen Keramiktopf ins Becken legte.


Im Zusammenhang mit dem Darien Gap wusste Christian Hofer zu berichten, dass der bisher 90 km lange Unterbruch der Panamericana zwischen Panama und Kolumbien um knapp 30 km verkürzt wurde. 

Bei Yaviza wurde ein knapp 7 km langes Teilstück nach Pinogana fertiggestellt und somit ist nun ein weiteres, bislang isoliertes Straßennetz von gut 20 Kilometer Länge, angeschlossen 

Damit sind weitere Biotope für Aquarianer leichter zu erreichen. Insbesondere der Rio Pirre und die östlichen Zuläufe des Rio Tuira.



Schliesslich stellte uns Christian Hofer noch Parachromis friedrichsthalii (vormals loisellei) vor. 

Aufgrund ihres grossen Verbreitungsgebiets sind mehrere Farbmorphen bekannt. Dieser Kleinste und „friedlichste“ aller Guapotes wird aber in der Zwischenzeit in den Aquarien kaum mehr gehalten. 

Eigentlich schade, ist es doch ein sehr ansprechender Fisch.


Den Abschluss der Kurzvorträge machte Xaver Hofer mit einem Biotopbericht über den Rio Terable (früher auch Derable geschrieben). Ein Fluss in Panama mit 4 km Länge, ohne Zuläufe. Der Rio Terable entwässert über den Rio Bayano in den Pazifik. Die Wasserwerte zum Zeitpunkt des Besuches betrugen: GH 1, KH 3 pH 7.0 und die Temperatur 29 Grad. 

Der Fluss wies eine vielfältige Fischfauna auf. Die interessanteste Art neben wunderschönen Andinoacara coeruleopunctatus waren die „Geophagus“ crassilabris. Ein Fisch der, zumindest in dieser farblichen Intensität, leider kaum mehr im Hobby zu finden ist.


Das erste Highlight der Hauptvorträge setzte Uwe Werner (Grossbuntbarsche aus Südamerika) noch vor dem Abendessen. In gewohnt unterhaltsamer Art und Weise stellte er verschiedene südamerikanische Grosscichliden mit Fotos und in Kurzvideos vor. Dabei gab er auch seine Erfahrungen bei der Haltung und Nachzucht weiter.


Nachdem alle ihr Abendessen genossen hatten, entführte uns Wolfgang Staeck im zweiten Highlight nach Peru. 

In seinem Vortrag „Wiedersehen mit Peru: Die JBL-Expedition 2025 nach Peru“ berichtete er über seine Erlebnisse auf dieser Reise im vergangenen Jahr. 

Die JBL-Expedition 2025 führte zunächst ins peruanische Amazonastiefland. Im Rio Nanay bei Iquitos und dessen Zuflüssen wurden nebst Salmlern, Welsen, auch Buntbarsche gefangen. 

Die Suche nach Diskus und Segelflosser wurde nur bedingt mit Erfolg gekrönt. 

Anschliessend wurden im Naturschutzreservat Alto Shilcayo im Andenvorland Gebirgsharnischwelse, Pfeilgiftfrösche, Schlangen und andere Amphibien beobachtet. 

Schliesslich führte die Reise zum Titicacasee auf rund 4‘000 Meter über Meer, wo die Teilnehmer die Habitate der dort endemischen Andenkärpflinge aus der Gattung Orestias untersuchten.


Im Anschluss an die Vorträge fanden angeregten Diskussionen statt. Wie üblich fand der Eine oder Andere erst in den frühen Morgenstunden ins Bett. Dazu trug auch die Umstellung auf die Sommerzeit ihren Teil bei, kostete sie doch eine zusätzliche Stunde.


Am Sonntagmorgen fand sich auf den Autos eine dünne Schneeschicht, die aber nach dem gemeinsamen Frühstück schon fast wieder ganz dahingeschmolzen war.


Das nächste IAG-Treffen findet am 24. Oktober 2026 statt und tags darauf ist wieder die große regionale Fischbörse.